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24.4.2017 : 9:30 : +0200

Gaststätte Meyersiek

Gaststaette Carl Meyersiek


Gasthof Mestmacher

Hotel Mestmacher

Protokoll

Gründung eines "Verschönerungsvereines"

Im Herbst des Jahres 1931 fand im Gasthaus C. Meyersiek eine Versammlung zwecks Gründung eines Verschönerungsverein statt.

Die Anwesenden etwa 25 Personen nahmen darauf die Gründung des Vereins für Heimatschutz und Pflege vor. Da aber vom gewählten Vorstandes und Arbeitsausschusses nichts unternommen wurde, riefen mehrere Mitglieder eine neue Versammlung am 31.Mai in Heinz Mestmachers Gasthaus ein.

Beschluß der Versammlung unter Protokoll vom 31.5.1932.

Versammlung im Heinz Mestmacherschen Gasthaus am 31.5.1932

Anwesend 25 Personen

Der Kaufmann Herr Heinz Brümmer eröffnete die Versammlung und wies auf den Zweck des Vereins und auf die nötige Zusammenarbeit seitens des Brunnenberges und Pfarrbusches hin, da noch beide Abteilungen ein und die selben Zwecke und Ziele verfolgen. Nach eingehender Aussprache wurde der Vorschlag des Herrn Brümmer angenommen.

  • Der Vorstand wurde gewählt.
  • Der Beitrag wurde auf 1 Reichsmark festgelegt. Ohne die Genemigung des Vorstandes darf kein Geld ausgegeben werden.
  • In den nächsten Abenden sollen vom Vorstand und des Arbeitsausschusses Besichtigungen der kommenden Arbeiten unternommen werden. Sämtliche Anwesenden traten dem Verein bei. Der Arbeitsausschuß soll in den nächsten Tagen die Beiträge einsammeln.

Zeitungsausschnitt vom 18.Oktober 1969

In seiner nun fast 40jährigen Geschichte hat der Steyerberger Heimatverein an Aktivität - mit Ausnahme des letzten Weltkrieges - nichts eingebüßt, ja er konnte noch nie über derart viele Mitglieder verfügen, wie es beispielsweise zur Zeit der Fall ist. (etwa 400 Mitglieder).

Begonnen hat es im Herbst 1931, als 25 Steyerberger im Gasthaus Carl Meyersiek, den Heimatverein aus der Taufe hoben. Erste Vorsitzender war der damalige Landjäger Wilhelm Wagner, der später von dem Kaufmann Heinrich Brümmer abgelöst wurde. Weiterhin gehörten dem Vorstand Willy Meyersiek, als Schriftführer Hermann Klöcker und als Kassierer der Schneidermeister Ernst Meyer an.

 

Gleich nach der Gründung wurden einzelne Arbeitsausschüsse gebildet, beispielsweise der Ausschuß für die Gestaltung des Pfarrbusches und des Brunnenberges. Der Mitgliederbeitrag wurde auf eine Reichsmark festgesetzt, und schon ein Jahr später hatte der Verein 111 Mitglieder. Zu seinem Aufgabenkreis gehörte es, Wege zu bauen und anschließend ihre Pflege zu übernehmen, Stege zu errichten, Lauben, Bänke und Vogelkästen zu zimmern. Schon damals baute der Verein über die Aue eine Fußgängerbrücke, als Verbindung zwischen Pfarrbusch und dem Brunnenberg, ein für damalige Zeiten ein beachtliches Projekt, vor allem wenn man bedenkt, das alles in Eigenarbeit erstellt wurde.

Auebrücke über die Aue (1933-1959)

Bis in die 60iger Jahre hinein - genauer gesagt, bis zum Ausbau der Aue und zum Bau der Friesländer Brücke - wurde diese alte Holzbrücke benutzt. Außerdem wurden vom Verein der Pavillon im Pfarrbusch und der Springbrunnen auf dem Brunnenberg gebaut. Zu dieser Zeit gehörten ihm ungefähr 70 Bänke, fünf Tische, drei Stege und Brücken, zahlreiche Schaukeln, Lauben, Blumengrotten und kilometerlange Wanderwege, die alle unterhalten und gepflegt werden mußten. Selbst 80jährige waren damals aktiv mit dabei und halfen, so gut sie es konnten.

Mit Ausbruch des Krieges erlahmte die Arbeit des Heimatvereins, wurde aber gleich danach um so intensiver wieder aufgenommen, und zwar unter der Leitung von Heinrich Schmidt. Am 23.August 1958 wurde der Verein dann unter Führung des damaligen Fleckendirektor Fritsch im Ratskeller neu gegründet und stand stark unter dem Zeichen des Fremdenverkehrs. Alle Arbeiten wurden zu einem großen Teil darauf ausgerichtet, leider jedoch ohne den erhofften Erfolg.

Seit dem 24. Januar 1964 leitet der Rendant der Spadaka Heinz Schrader, den Verein, unterstützt vom 2. Vorsitzenden, Tischlermeister Walter Brünner, Kassenwart Helmut Kollhorst, und Schriftführer der Konrektor der Waldschule, Horst Pryswitt, Arbeitsgruppenleiter für Landschaft Walter Manske, für das Ortsbild Wilhelm Bruns, für das Brauchtum Horstmar Schulze und für die Vogelwelt Horst Blaseio.

Sorgenkind des Vereins ist der Ausbau des Pfarrbusches und die Wiederherstellung des Brunnenberges; vor allem jedoch der Langhorst-Kuhlengraben, der in den letzten Jahren durch vier weitere Brücken mit viel Aufwand weiter erschlossen wurde und jetzt ohne Wasser ist und somit den ganzen Pfarrbusch gefährdet. Der Verein hat es an Mühe nicht fehlen lassen, um immer wieder auf diese Mißstände hinzuweisen und hat sogar den Landschaftschutz und Heimatbund Niedersachsen eingeschaltet, um in dieser Frage endlich eine Klärung zu erhalten.

Seit 1931 also arbeitet der Steyerberger Heimatverein, und bis zum heutigen Tag hat der Strom der Aufgaben, die es zu bewältigen gibt, nicht abgerissen. Er ist also ein gutes Beispiel dafür, daß der Heimatverein durchaus nicht zum Sterben verurteilt ist, zumindestens dann nicht, wenn er von Leuten getragen wird, die es ernst meinen und aktiv dabei sind.

12. Februar 1990 - Heinz Schrader (links), der 26 Jahre an der Spitze des Steyerberger Heimatvereins gestanden hat, wurde jetzt in der Jahreshauptversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt.Rechts im Foto der einstimmig gewählte neue Vorsitzende Helmut Kollhorst.